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Streifzug auf die Oberschwäbische Barockstrasse

Streifzug auf die Oberschwäbische Barockstrasse

Moderation, Referate und Seminare
18. – 19. Juni 2026

Klosterkultur entdecken und im Himmelreich des Barock schwelgen

Der Streifzug mit dem SRF Kulturclub nach Süddeutschland verspricht drei Highlights. Am ersten Tag erkunden wir das Gelände des «Campus Galli». Dort wird der St. Galler Klosterplan im Original nachgebaut. Am zweiten Tag besuchen wir Kloster und Schloss Salem und die Wallfahrtskirche Birnau, ein Barockjuwel am Bodensee.

Der St. Galler Klosterplan entsteht im 9. Jahrhundert auf der Insel Reichenau. Er gilt als bedeutendste Architekturzeichnung des Mittelalters, geschaffen für das Kloster St. Gallen. Dort liegt das Original heute im Stiftsarchiv. Das wertvolle Dokument besteht aus fünf aneinander genähten Pergamentblättern und zeigt mit knapp 50 Gebäuden, Ställen und Gärten die ideale Siedlung des Mittelalters.

In Messkirch in Süddeutschland bauen Handwerker und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seit einigen Jahren den Klosterplan nach. Sie arbeiten auf der Klosterbaustelle «Campus Galli» mit den Hilfsmitteln der damaligen Zeit – ohne Maschinen und moderne Werkzeuge. Doch wie haben die Menschen damals gebaut? Welche Getreide haben sie auf Äckern und welche Kräuter in Gärten angebaut? Die Mittelalterbaustelle im Wald bei Messkirch ist gleichzeitig Freilichtmuseum und Forschungsstätte.

Kurzvisite im Hohenzollernschloss Sigmaringen

Auf unserem Streifzug erhalten wir bei einer Führung auf der Klosterbaustelle Einblick in die mittelalterliche Bau- und Lebensweise. Nach dem Mittagessen auf dem Marktplatz des «Campus Galli» besuchen wir das Hohenzollernschloss in Sigmaringen. Hier haben die Fürsten von Hohenzollern bis heute ihren Stammsitz. Die Größe und die prunkvolle Ausstattung des Schlosses bilden einen spannenden Gegensatz zum einfachen Leben auf der Mittelalterbaustelle des «Campus Galli».

Am zweiten Tag des Streifzugs machen wir einen Abstecher auf die Oberschwäbische Barockstrasse und besuchen das Kloster und Schloss Salem und die Wallfahrtskirche Birnau.

Salem – Ort des Friedens

Salem ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster und trägt heute den Namen Schloss Salem. Die Zisterzienserinnen und Zisterzienser sind eine Reformbewegung innerhalb des Benediktinerordens. Die Bewegung entsteht im 11. Jahrhundert im Burgund. Die charismatische Figur des heiligen Bernhard von Clairvaux (1090-1153), die vorbildliche Lebensweise der Mönche und ihr kundiges Wirtschaften führen zur raschen Ausbreitung des Ordens in Europa. Adelige gründen in der Folge zahlreiche Zisterzienserabteien. Im Ort Salmansweiler nennen die Zisterziensermönche in ihren weissen Kutten 1134 ihr Kloster Salem nach dem biblischen „Ort des Friedens“.

Salem entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Klöster in Süddeutschland. Als einflussreiche Reichsabtei untersteht es später direkt dem Kaiser und dem Papst. Das imposante gotische Münster erinnert an die Blütezeit Salems im Mittelalter. Im Barock lassen die Äbte die Innenräume der Abtei mit prachtvollen Stuckaturen und Malereien ausstatten. Das Kloster gelangt bei der Säkularisation 1802 in den Besitz der Markgrafen von Baden und gehört seit 2009 zu den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Barockjuwel am Bodensee

Zum Abschluss unseres Streifzugs besuchen wir die Wallfahrtskirche Birnau Die Kirche ist ein barockes Kleinod und thront in der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen über dem Bodensee. Von hier aus lassen wir den Blick weit über den Bodensee schweifen. Erbaut wurde die Kirche im Auftrag des Zisterzienserklosters Salem vom Barock-Architekten Peter Thumb (1681-1766). Die Ausstattung besorgte der Bildhauer und Stuckateur Joseph Anton Feuchtmayer (1696-1770). Die Wallfahrtskirche zieht bis heute Pilger und kunsthistorisch Interessierte an.