zur Übersicht
St. Gallen – Streifzug in meine Heimatstadt

St. Gallen – Streifzug in meine Heimatstadt

Moderation, Referate und Seminare
15. Mai 2024

Der Stiftsbezirk St. Gallen gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe - ein kulturelles und spirituelles Highlight. Ein Streifzug mit dem SRF Kulturclub.

Der Einsiedler Gallus und Abt Otmar sind die Begründer der Mönchsgemeinschaft und des Klosters St. Gallen. Der Stiftsbezirk St. Gallen gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe – ein kultureller und spiritueller Ort mit Ausstrahlung in ganz Europa. SRF-Religionsexperte Norbert Bischofberger zeigt versteckte Winkel und charmante Ecken und Kanten seiner Heimatstadt.

Die Schweiz hört für viele Schweizerinnen und Schweizer in Winterthur auf. Jedenfalls waren sie noch nie in St. Gallen. Es lohnt sich, diese Unterlassung zu korrigieren.

Bereits der grosszügige Bahnhof von St. Gallen zeugt von der wirtschaftlichen Bedeutung der Textilhauptstadt bis weit ins 20. Jahrhundert. Wir schlendern über den «roten Platz», die erste öffentliche Wohnstube der Schweiz, gestaltet von der Künstlerin Pipilotti Rist und dem Architekten Carlos Martinez.

Kraftort St. Gallen

Am Fluss Steinach hinter dem Stiftsbezirk liegt die Wiege der Stadt. Hier wird St. Gallen als spiritueller Ort und als Kraftort spürbar. Wir tauchen ein in die Legende von Gallus und dem Bären. Sie berichtet, dass einst ein Bär dem Einsiedler Holz für das Feuer gesammelt und dafür einen Laib Brot erhalten haben soll.

Die Namen von Stadt und Kanton erinnern bis heute an den Einsiedler Gallus. Der alemannische Priester Otmar gründet im 8. Jahrhundert an der Stelle der Einsiedlerzelle das erste Kloster. Eine spirituelle und kulturelle Entwicklung mit Ausstrahlung in ganz Europa setzt ein. In den Krypten der wuchtigen Kathedrale sind Gallus und Otmar begraben. Wir besichtigen den Dom und steigen in die Gruft des heiligen Otmar hinunter.

Wirtschaftlicher Nutzen des ehemaligen Klosters

St. Gallen vermarktet sein kulturelles Erbe offensiv. Etwa 140’000 Interessierte besuchen jedes Jahr den Stiftsbezirk. An Spitzentagen schlurfen bis zu 1’000 Besucher in Filzpantoffeln über den Holzboden in der Stiftsbibliothek. Eine Studie der Universität St. Gallen beziffert den wirtschaftlichen Nutzen des Klosterbezirks für die Region mit 14 Millionen Franken jährlich.

Spirituelle Explosion im frühen Mittelalter

Wir umgehen die grossen Besucherströme und besuchen nach dem Mittagessen unter der kundigen Führung des Historikers und Stiftsarchivars Peter Erhart den Gewölbekeller und das Stiftsarchiv des ehemaligen Klosters. Wir sehen den berühmten St. Galler Klosterplan im Original und tauchen ein in die bewegte Geschichte des Klosters.

Trouvaille St. Galler Klosterplan

Der St. Galler Klosterplan entsteht um 825 auf der Insel Reichenau. Es ist die älteste Architekturzeichnung Europas. Er zeigt die ideale Siedlung des Mittelalters mit Kirche, Wohngebäuden, Brauerei, Gärten, einer Armenherberge, einem Spital usw. In St. Gallen wurde er nie vollständig realisiert, heute jedoch in Messkirch am Bodensee von Idealisten mit den Instrumenten der damaligen Zeit originalgetreu nachgebaut. Dereinst sollen dort alle rund 50 Gebäude des Plans stehen.

Wer mag, spaziert anschliessend durch die schmucke Altstadt von St. Gallen mit ihren über 100 Erkern zurück zum Bahnhof.

 

Das Programm im Überblick: Mittwoch, 15. Mai 2024

 

Reisemöglichkeit: ab Zürich Hauptbahnhof 08:09 Uhr, Ankunft in St. Gallen 09:22 Uhr

09.30 Uhr        Treffpunkt im Bahnhofsgebäude vor dem Restaurant «Yooji’s Sushi Deli».

Besuch «Roter Platz» und Stiftsbezirk mit Gründungsort an der Steinach und Kathedrale St. Gallen.

12.00 Uhr        Mittagessen im Hotel / Restaurant «Dom»*, Webergasse 22, 9000 St. Gallen

14.00 Uhr        Führung mit Stiftsarchivar Peter Erhart im Stiftsarchiv und im Gewölbekeller.

15.30 Uhr        Spaziergang durch die Altstadt zum Bahnhof

15.58 Uhr        Rückreise mit dem Zug (spätere Alternative: 16:28 Uhr)

16:57 Uhr        Ankunft Zürich Hauptbahnhof (17:41 Uhr)

Die Fahrplanangaben sind vorläufig.

*Das Hotel Dom wird von der Stiftung förderraum getragen. Rund 55 Menschen mit einer Beeinträchtigung finden in diesem Haus einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Weitere Informationen: foerderraum.ch

Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.srf.ch/radio-srf-2-kultur/srf-kulturclub

Ausblick auf weitere Exkursionen mit Norbert Bischofberger und dem SRF-Kulturclub:

Mittwoch, 5. Juni 2024 (abends) und Donnerstag, 6. Juni 2024 (tagsüber): Unterwegs auf dem Robert Walser-Pfad in Herisau gemeinsam mit Bernhard Echte.

Weitere Informationen